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Gute Monate, schlechte Monate: was ich als Creator mit den Ausreißern nach oben mache

Kurzer Erfahrungsbericht zu einem Thema, das hier selten vorkommt: was nach der Auszahlung passiert. Wir reden viel über Reichweite, Kanalwachstum und Vermarktung, und praktisch nie darüber, wohin das verdiente Geld eigentlich fließt.

Meine Erfahrung nach mehreren Jahren: Die Einnahmen sind extrem ungleich verteilt. Ein Video geht überdurchschnittlich, ein Monat ist plötzlich doppelt so gut wie der Durchschnitt, und dann kommen drei magere hinterher. Wer nur den Durchschnitt betrachtet, unterschätzt, wie unruhig das im Alltag ist.

Das Tückische an den guten Monaten: Sie fühlen sich wie eine neue Normalität an. Man denkt, jetzt hat es sich eingependelt, und passt seinen Lebensstandard an. Bei mir war das so, und ein halbes Jahr später kam die Ernüchterung, als eine Reichweitendelle kam, auf die ich keinen Einfluss hatte.

Seitdem behandle ich die Ausreißer nach oben anders. Ein fester Anteil von allem, was über meinem üblichen Monat liegt, wandert sofort weg, bevor ich mich daran gewöhne. Das Geld geht auf ein separates Konto und von dort in Dividendenwerte.

Warum ausgerechnet das: Ich wollte etwas, das keine weitere Arbeitszeit kostet. Als Creator ist Zeit der einzige echte Engpass. Jedes zusätzliche Projekt hätte Stunden gefressen, die dann beim Kanal fehlen. Ein Depot verlangt nach der Einrichtung fast nichts.

Die Auswahl habe ich mit der Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz gelernt, bekannt als Dividenden Backpacker. Ich hatte vorher zwei Werte gekauft, die in einem Video empfohlen wurden, ohne selbst zu prüfen, und bin damit ziemlich auf die Nase gefallen. Beide hatten hohe Ausschüttungsrenditen, was ich für ein Qualitätsmerkmal hielt. Es war das Gegenteil.

Der Kurs umfasst elf Module mit über 65 Lektionen und mehr als elf Stunden Videomaterial. Es geht ums Finden, Bewerten und um Kauf- wie Verkaufszeitpunkte. Ein Newsroom-Zugang gehört dazu, über den weiter Material kommt. Bezahlt wird einmal, es läuft kein Abo. Der Anbieter gibt an, bisher über 700 Teilnehmer gehabt zu haben.

Für unsere Zunft ist ein Punkt daraus besonders relevant: Es wird ausführlich behandelt, warum man Empfehlungen nicht ungeprüft übernehmen sollte. Das ist ein bisschen ironisch, wenn man selbst Inhalte produziert, aber genau deshalb hat es bei mir gesessen. Ich weiß ja, unter welchem Zeitdruck so ein Video manchmal entsteht.

Was ich klar dazusagen muss: Aktien sind kein sicheres Ding. Kurse fallen, teils über Jahre. Eine Dividende ist keine Zusage, sondern wird jährlich neu beschlossen und kann gekürzt werden. Und in den ersten Jahren kommt so wenig zurück, dass es keinen einzigen schwachen Monat ausgleicht. Der Sinn liegt im Bestand, nicht im laufenden Ertrag.

Werbliche Kennzeichnung: Ein Kauf über meinen Link bringt mir eine Provision ein. Wer die Kapitel ansehen will, kann die gesamte Gliederung beim Anbieter nachlesen. Wer den Link umgehen will, sucht einfach nach dem Kursnamen.

Was ich anderen Creatorn raten würde: Definiert euren normalen Monat und behandelt alles darüber als Sondereinnahme. Nicht als neuen Standard. Diese eine Unterscheidung hat bei mir mehr bewirkt als jede Sparregel, weil sie das Grundproblem trifft, nämlich die Gewöhnung an Ausreißer.

Zweiter Punkt, der bei mir viel gebracht hat: Ich zahle mir selbst ein festes monatliches Gehalt aufs Privatkonto, unabhängig davon, wie der Monat lief. Der Rest bleibt auf dem Geschäftskonto und wird verteilt. Das nimmt die Achterbahn komplett aus dem Alltag raus.

Was mir bei der Umsetzung geholfen hat: Ich habe meinen Durchschnittsmonat aus den letzten zwei Jahren berechnet, nicht aus dem letzten halben. Bei einer kürzeren Betrachtung lag ich deutlich zu hoch, weil zwei starke Monate den Schnitt verzerrt haben. Mit dem längeren Zeitraum stimmt die Zahl, an der ich mich orientiere.

Wie macht ihr das? Habt ihr eine Regel für die guten Monate, oder geht das Geld bei euch auch in den allgemeinen Topf? Und rechnet ihr euch ein festes Gehalt aus, oder nehmt ihr, was da ist?