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Copy and Close: Warum Follower auf LinkedIn noch keine Kunden sind

38.000 Impressionen, über 200 Reaktionen, ein Dutzend Kommentare mit „starker Beitrag“ darunter – und am Ende des Monats trotzdem keine einzige Anfrage, aus der ein zahlender Kunde wurde. Genau so einen Screenshot postet hier im Board ungefähr einmal die Woche jemand, meistens mit der Frage, was am Content falsch gelaufen ist. Die Antworten im Thread drehen sich dann fast immer um dieselben Punkte: ein stärkerer Hook in der ersten Zeile, ein Karussell statt reinem Text, mehr Kommentare in der ersten Stunde, damit der Algorithmus nachhilft.

Am Content liegt es in den seltensten Fällen, so gut gemeint jeder dieser Tipps ist. Das eigentliche Problem sitzt eine Etage weiter hinten: bei dem, was mit einem Kommentar oder einer Nachricht passiert, nachdem jemand tatsächlich Interesse gezeigt hat.

Cover des Ratgebers Copy & Close, Thema Verkaufsgespräche nach LinkedIn-Reichweite

Reichweite und Umsatz sind zwei komplett unterschiedliche Zahlen, auch wenn LinkedIn beide gern auf denselben Post packt. Der Algorithmus belohnt, was Leute zum Weiterscrollen und Reagieren bringt, nicht das, was jemanden tatsächlich zum Kaufen bringt. Ein Like kostet null Sekunden Nachdenken, ein Kommentar mit Herz-Emoji nicht viel mehr. Eine Entscheidung für ein Angebot im vierstelligen Bereich dagegen kostet echtes Abwägen, und dafür reicht ein einzelner Post so gut wie nie, egal wie oft er geteilt wurde. Wer 20.000 Follower hat, führt am Ende trotzdem dasselbe Gespräch wie jemand mit 500 – nur mit mehr Publikum drumherum, das zusieht, aber selbst nichts kauft.

Der Punkt, an dem Reichweite aufhört zu zählen

Und genau da lohnt sich ein Blickwechsel, der hier im Board selten passiert: Nicht die Followerzahl ist meistens das eigentliche Problem, sondern der Moment direkt danach, wenn unter dem Post ein „Interessant, schreib mir gerne“ steht oder eine Nachricht im Postfach landet. Ab da zählt kein Algorithmus mehr, keine Reichweite, kein Engagement-Wert – ab da zählt nur noch, wie das Gespräch geführt wird, das aus diesem einen warmen Kontakt etwas macht oder eben nicht. Das ist ein komplett anderes Handwerk als Content planen und Postings timen, und es lässt sich völlig unabhängig von der eigenen Followerzahl lernen.

Ein Beispiel, das hier vermutlich jeder aus dem Board kennt: Unter einem Post schreibt jemand nicht nur ein Herz-Emoji, sondern eine konkrete Frage zu Preis oder Ablauf. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob daraus in den nächsten Tagen ein Termin wird oder ob die Frage im Kommentarfeld versandet, weil niemand zeitnah nachfasst. Reichweite hat ihren Teil an dem Punkt schon geleistet, alles Weitere ist Gesprächshandwerk.

Ehrlich eingeordnet, weil das hier dazugehört: Auch mit vierstelliger Followerzahl im Rücken klingt das erste echte Verkaufsgespräch am Telefon nicht automatisch überzeugend. Man verhaspelt sich, lässt Pausen zu früh volllaufen und merkt erst nach ein paar Anrufen, wo man selbst noch nachschärfen muss. Wortgewandt im Kommentarfeld zu sein und am Telefon spontan die richtige Rückfrage zu stellen, sind zwei unterschiedliche Fähigkeiten, auch wenn beide mit Sprache zu tun haben – öffentliche Zustimmung unter einem Post und ein klares Nein am Telefon fühlen sich nämlich überhaupt nicht gleich an. Wer mit Kritik in den Kommentaren gut umgehen kann, aber eine Absage am Hörer persönlich nimmt, merkt das oft erst im echten Gespräch, nicht vorher. Und ein Ratgeber liefert weder mehr Reichweite noch neue Follower, er hilft höchstens bei dem Teil, der erst nach dem Kommentar beginnt.

Genau um diesen zweiten Teil geht es in Copy and Close, unserem eigenen Ratgeber zum Beruf des Closers. Ein Kapitel dreht sich ums Mindset, ein anderes Schritt für Schritt um den Ablauf eines Verkaufsgesprächs – also um das Stück Arbeit, das erst beginnt, wenn Post oder Reichweite ihren Teil schon erledigt haben. Ein Punkt gehört zur Ehrlichkeit einfach dazu: RatgeberPlatz.de ist unsere eigene Plattform, und den Ratgeber geben wir dort selbst heraus. Wer das hier liest, soll wissen, dass die Empfehlung vom Herausgeber kommt und nicht von einem zufällig vorbeischauenden Mitglied.

Wer sich die Kapitel zu Mindset und Gesprächsablauf im Detail ansehen will: der Ratgeber Copy and Close lässt sich direkt nach dem Kauf als PDF öffnen, ohne Wartezeit, lesbar auf jedem Gerät.

Nebenbei erklärt genau dieser Punkt auch, warum mir hier im Board öfter Closer-Anfragen über LinkedIn auffallen: Wer in Kommentaren erkennen lässt, dass er ein Verkaufsgespräch wirklich führen kann und nicht nur Reichweite sammelt, fällt Auftraggebern auf, die für ihre eigenen hochpreisigen Angebote genau danach suchen. Das ist keine Jobgarantie, nur eine Erklärung, warum das öfter vorkommt.

Wie ist eure Erfahrung damit: Wird aus einem Kommentar unter eurem Post meist zügig ein Telefonat, oder bleibt der Kontakt öfter bei einer netten, aber folgenlosen Nachricht stehen?